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Verantwortlicher Autor: Klaus Reinagl Wien/Österreich, 19.08.2017, 10:52 Uhr
Presse-Ressort von: Klaus Reinagl Bericht 4232x gelesen

Wien/Österreich [ENA] Beginnen wir mit dem absoluten Profi auf der Kabarettbühne: Roland Düringer, ein erfolgreicher und bekannter Kabarettist tritt mit einer eigenen Liste an. Düringer, der sich vor einiger Zeit vom kommerziellen Leben abgewendet hat, startete seinen Schritt in die Politik als Kunstprojekt "G!LT", welches Gerüchten zufolge aber noch vor der Wahl beendet werden könnte. Man wird sehen.

Der Bäume umarmende Matthias Strolz von den Neos liefert heuer wenige spannende Ausritte, dafür demontieren sich die Grünen selbst. Die neue Obfrau gesteht öffentlich ein dass sich die Partei in einer schwierigen Phase befindet anstatt von "Neuaufstellung" oder "Neubündelung der Kräfte" zu sprechen. Schwäche einzugestehen ist im Wahlkampf nicht unbedingt die beste Lösung.

Apropos die Grünen. Mit Peter Pilz wurde ein in allen Parteien angesehener Politiker demontiert, das politische Urgestein tritt nun mit einer eigenen Liste an, was möglicherweise den ohnehin schwächelnden Grünen Stimmen kosten wird. Pilz erarbeitete sich mit seinem Engagement in verschiedenen Untersuchungsausschüssen der letzten Jahre ein gutes Standing in weiten Teilen der Bevölkerung, zumindest ein Teilerfolg wird ihm sicher sein.

Der mit Vorschusslorbeeren bedachte Spitzenkandidat der ÖVP, Sebastian Kurz, genießt in weiten Teilen der Bevölkerung großes ANsehen, obwohl er Kritikern zufolge immer mehr ins rechte Eck abdriftet. Unverständlich ist es daher, dass er TV_Duellen mit dem aktuellen Kanzler Kern aus dem Weg geht. Für Verwunderung sorgt auch sein neu bestelltes Beraterteam, in dem sich neben Wirtschaftsgranden und ehemaligen ÖVP-PolitikerInnen auch Alfred Gusenbauer, der ehemalige SPÖ-Bundeskanzler tummelt. Ist das schon die Vorbereitung von Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ die Gusenbauer dann leiten soll?

Die SPÖ sorgt nahezu wöchentlich für Verwunderung und Erheiterung. Zuerst schickt man den Kanzler Pizza ausliefern, anschließend bringt er Bauarbeitern Getränke- beides natürlich medienwirksam inszeniert. Dann folgt der Paukenschlag: Einer der wichtigsten Wahlkampfstrategen wird in Israel verhaftet. Die SPÖ kommentiert das in den MEdien lapidar mit den Worten "man habe sich von Herrn Silberstein getrennt". So ganz freiwillig war die Trennung wohl nicht, gegen Silberstein gibt es ziemlich massive Vorwürfe, unter anderem den der Geldwäsche. Ein Schelm wer denkt dass Silberstein, für den natürlich die Unschuldsvermutung gilt, nichts mit der über einen Verein abgewickelten Wahlkampffinanzierung zu tun hat.

Die FPÖ lehnt sich mehr oder weniger zurück, genießt und schweigt. Nur Wahlkampfleiter Kickl geht verbal in die Offensive, während Spitzenkandidat HC Strache (noch) relativ ruhig ist. Entweder denkt man in der FPÖ dass die Selbstzerfleischung der Parteien für den nötigen Stimmengewinn genügt, oder man bereitet den großen Kracher vor- spätestens im Oktober wissen wir mehr.

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